Monatsarchiv: Februar 2009

hab ich schon gesagt

dass ich in gstaad erneut nach einem ausweis beim bierkauf gefragt wurde? das muss eine verschwörung sein.

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eine allgemeine blogmüdigkeit?

wenn man sich in der so genannten blogosphäre umschaut, scheint eine allgemeine blogmüdigkeit eingetreten zu sein. ich bekenne mich schuldig, ich gehöre wohl auch dazu. dabei hätte ich so viel zu erzählen. die letzten monate waren ereignisvoll, wie sonst oft ein ganzes jahr. pudel war viel on the road. vielleicht geh ich einfach mal mit gutem beispiel voran und rekapituliere, was es zu rekapitulieren gibt. manches hab ich hier zwar schon niedergeschrieben, aber um ein vollständiges bild zu erzeugen, fange ich wohl am besten am anfang an:

nachdem ich letzten september mein projekt an der kaserne basel erfolgreich hinter mich gebracht habe, bin ich mitte oktober in den zug gestiegen und hab mich in meine zweite heimat abgesetzt. in berlin erwartete mich ein wunderbarer altweibersommer, der mir ein paar wunderschöne nachmittage vor dem café mörder bescherte. mit einem kaffee in der hand sass ich da und beobachtete das treiben in berlin-mitte. so kann man es sich in dieser fantastischen stadt gut gehen lassen. bald schon begannen die proben für das stück, für das ich ja nach berlin gekommen war. in einem wunderbar abgeranzten tanzsaal setzten wir uns an den tisch und fingen an zu diskutieren, wohin unsere produktion den gehen soll. ein fantastisches team aus regisseur, dramaturgen, bühnenbildnerin, schauspielern und mir hatten eine probezeit vor uns, die  nicht immer einfach war, aber zu jeder zeit eine arbeitsatmosphäre schuf, die durchaus erfolgsversprechend war. 

unterbrochen wurde die arbeit an dieser inszenierung durch ein gastspiel in prag anfang november. für vier tage fuhr eine kleine delegation in die tschechische hauptstadt, wo wir im rahmen eines festivals eine produktion aus dem jahre 2004 in prager privatwohnungen spielten. an den vormittagen verblieb ein wenig zeit, sich die schöne stadt anzuschauen. november ist definitiv die perfekte reisezeit für prag. nebelverhangen präsentierte sich die stadt, was ihre schönheit und melancholie perfekt unterstrich. nur zu schnell waren die tage vorbei. mit vielen eindrücken fuhren wir früh morgens nach berlin zurück, wo wir sofort weiter probten. 

bis ende november war ich also noch in berlin. manchmal fühlte ich mich einsam, andere male war ich nur glücklich da zu sein, wo ich schon so viel erlebt habe. anfang dezember zog dann die produktion nach leipzig um. in einer sehr intensiven endprobenphase brachten wir dann unser stück zur aufführungsreife. am 11. dezember war premiere in leipzig. das schöne ist, es schien dem publikum auch zu gefallen. mit einer kleinen unterbrechung, in der ich kurz heim  nach basel fuhr, spielten wir dann bis weihnachten im schönen leipzig. 

weihnachten in der heimat war schön. endlich hatte ich zeit meine ganzen leute wiederzusehen. ja, der job bringt es so mit sich, dass der soziale kontakt manchmal gar leidet. um so schöner war es daher, dass ich die zeit zwischen den jahren mit guten freunden in den bergen verbringen konnte. mit blick auf die eigernordwand residierend schwang ich mich allmorgendlich auf mein snowboard und machte die pisten (mehr oder weniger) unsicher. schlussendlich machte sich der kauf von neuen boots bezahlt. ein völlig neues fahrgefühl. man schwebt über den schnee.

im neuen jahr angekommen, konnte ich schon bald meine wohnung wieder beziehen, die ich während meiner abwesenheit in vertrauensvolle hände gegeben hatte. mitte januar ging es ein weiteres mal nach leipzig (ach bin ich die strecke basel-leipzig oft gefahren). dieser dritte block in leipzig war fantastisch. die schauspieler spielten sich frei, eine allgemeine aufbruchphase war spürbar. die vorstellungen waren auch allesamt sehr gut, auch wenn ein total besoffener eine der vorstellungen massiv störte.

nach einem kurzen aufenthalt in basel, während dessen ich sista bei ihrem umzug half, ging es erneut richtung tschechien. ein gastspiel in einer kleineren stadt, verlangte schier unmögliche kräfte, aber euer pudel wäre nicht euer pudel, wenn wir nicht auch das gemeistert hätten. von tschechien ging es dann direkt nach wien, wo fünf weitere vorstellungen geplant waren. um es kurz zu machen, die zeit in wien war der absolute hammer. die tage waren ausgefüllt mit etlichen besuchen in den diversen museen der stadt, herumschlendern in der stadt, kaffeetrinken und und und. abends hatten wir dann unsere vorstellungen, die im grossen und ganzen ein erfolg waren. (sehen wir mal von dem computer auf der bühne ab, der ab und an seine mätzchen machte). nach der vorstellung vom samstag schafften wir es sogar ans nouvelle vague-konzert, was definitiv einer der höhepunkte der zeit in wien war. 

jetzt bin ich wieder daheim (nachdem ich erneut ein paar tage in den bergen verbracht habe) und freue mich schon auf unsere vorstellungen in berlin ende februar. das leben könnte ewig so weitergehen.

nach dieser ausführlichen schilderung der letzten zeit gelobe ich besserung und werde versuchen mehr aus dem leben des pudels niederzuschreiben. gehabt euch wohl.