deutschland – schweiz

das zusammenkommen von deutschen und schweizern scheint in letzter zeit mein thema zu sein. nicht nur, dass ich letzen freitag in einem wunderbar komischen nachtcafé war, wo zwei junge schauspieler ihre ersten erfahrungen mit der schweiz brilliant komödiantisch auf die bühne brachten, nein, gestern abend hab ich mir im schweizer fernsehen den club angeschaut – was ich sonst nie mache – und deren thema kreiste genau um diese frage. was unterscheidet uns? was ist gleich? wie gehen wir aufeinander zu? spannend an der clubgeschichte war, dass neben christoph mörgeli (würg) auch die sonst so anonyme michèle roten in der diskussionsrunde anwesend war. sie sollte wohl als vertreterin der jungen schweizer generation, die während des studiums gerne nach deutschland geht, herhalten. leider kam sie nicht allzu oft zu wort, doch es war schön mal ihr gesicht zu sehen und ihre stimme zu hören. wie sagte sista früher noch, es sei unmöglich auf dem netz ein bild von der roten zu finden. sie sei ein in der anonymität verschwindender schreiberling. die zeiten haben sich wohl geändert. temporis mutantur, nos et mutamur in illis, kann ich da nur sagen.
zurück zur ausgangssituation: wie oft denkt man, dass deutschland genau das selbel wie die schweiz ist. einfach nur etwas grösser. bis man dann auf die kleinen, feinen unterschiede aufmerksam gemacht wird. hier parkiert man, während man drüben parkt. hier grilliert man, während man drüben grillt. als kind einer deutschen und eines schweizers war und bin ich natürlich nur allzu oft lost in translation. wo sagt man wie, ist eine frage, die mich meine ganze kindheit begleitet hat. mit der zeit baut man eselsleitern (oder –brücken), damit man sich wenigstens die häufigsten verwechslungen ersparen kann. meine eltern können auch ein lied von der internationalen sprachverwirrung singen. als sie die erste gemeinsame wohnung bezogen, musste die alte besenrein abgeben werden. sollte man nun die wohnung wischen oder fegen? „ich finde es reicht, die wohnung zu wischen“, meinte mein vater. meine mutter darauf: „ ich fände das etwas übertrieben. lass uns die wohnung einfach fegen.“ nach ewig langem hin und her und argumente um die ohren schmeissen, haben sie dann verstanden, dass sie genau dasselbe machen wollten, nur dass die deutsche sprache einen streich gespielt hatte.
Während meines jahres in berlin habe auch ich immer wieder die feinen unterschiede zu spüren bekommen. sei es, dass die deutschen studenten viel schneller ihre meinung in einem seminar äussern und das typische schweigen, das einer frage eines professors an einer schweizer uni folgt, ausblieb oder dass man sich in deutschland viel länger siezt als in der schweiz. aber genau diese feinen unterschiede, die man erst im direkten vergleich feststellt, machen die beziehung zwischen schweizern und deutschen so wunderbar. da kann herr mörgeli noch lange rumwettern und sagen, die bösen deutschen würden uns alle arbeitsplätze wegnehmen. ich finde: kommet ihr deutschen und lasst uns noch weiter über kulturelle unterschiede reden und vor allem darüber lachen. und natürlich brauch ich ja auf der deutschen front verstärkung. denn meine schweizer seite ist doch etwas dominanter als die deutsche.

p.s: wem ich heute abend beim fussballspiel (oder fussballmatch) die daumen drücken soll, weiss ich nicht. vielleicht wäre da ein unentschieden angebracht.

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